Persönliche Voraussetzungen – Traue ich mir das zu?

Flüchtlingsarbeit ist anspruchsvoll. Diese Menschen kommen aus Krisenregionen, haben oft eine monatelange Fluchtroute hinter sich, sind vielleicht traumatisiert.Sie sollten sich deswegen vorher einige Fragen stellen:

 

  • Was ist meine persönliche Motivation?
  • Sind meine Erwartungen an das Engagement realistisch?
  • In der Arbeit mit Asylsuchenden begegnen mir viel Not und belastende persönliche Schicksale. Kann ich nach meinem Engagement abschalten?  Und welche Möglichkeiten gibt es das Erlebte zu reflektieren?
  • Mit welchen Flüchtlingssituationen und Fluchtgeschichten möchte ich mich konfrontieren?
  • Kann ich den Menschen mit ausreichend Sensibilität und Respekt begegnen?
  • Für die Menschen ist es wichtig, so angenommen zu werden, wie sie sind.Kann ich die eigene Lebensart aufzeigen, ohne die andere zu bewerten?
  • Wie gut kenne ich meine eigenen Vorurteile? Bin ich z. B. bereit, mich damit auseinanderzusetzen, welche Gefühle eine verschleierte Frau bei mir auslöst, oder Erziehungsmethoden, die von meinen Überzeugungen abweichen?
  • Kann ich mich auf die oft angespannte Situation in den Unterkünften und dasZusammenleben vieler verschiedener Menschen auf engem Raum einlassen?
  • Kenne ich meine eigenen Grenzen? Sowohl im Hinblick auf Traumatisierung als auch bei asyl- und ausländerrechtlichen Fragen: hier an professionelle Hilfe weiterzuleiten ist ein Zeichen von Kompetenz.

 

Bei allem Schweren verblüffen Flüchtlinge immer wieder mit ihrem erstaunlichen Lebensmut.


(Quelle: Thema Kompakt bei diakonie.de)