Westafrikanische Kirchen bauen Gemeinwesen auf

Die Länder Afrikas verdienen unsere Aufmerksamkeit und unsere Solidarität. So lautet die Bilanz einer zwölftägigen Begegnungsreise nach Ghana und Togo, von der Kirchenpräsident Martin Heimbucher, am Samstag (23. April) zurückgekehrt ist. Zusammen mit Ökumenepastor Thomas Fender besuchte er die presbyterianischen Kirchen in Ghana und Togo, mit denen die Evangelisch-reformierte Kirche über die Norddeutsche Mission verbunden ist.

Insbesondere von der intensiven Bildungsarbeit der westafrikanischen Kirchen zeigte sich Heimbucher sehr beeindruckt. Diese verstünden ihre Bildungsarbeit unmittelbar als einen Beitrag zum Aufbau, zur Stabilisierung und Weiterentwicklung des politischen Gemeinwesens ihrer Länder. „In Ghana und Togo gelingt es, traditionell afrikanische und moderne demokratische Formen der gesellschaftlichen Teilhabe in ein Zusammenspiel zu bringen“, so Heimbucher. Insbesondere setzten sich die Kirchen auch für ein gutes Zusammenleben mit der muslimischen Minderheit ihres Landes ein. Dies fördere einen gerechten Frieden für alle. Leider schafften es diese guten Nachrichten aus Westafrika nur selten in die Schlagzeilen, bedauert er.

In den beiden presbyterianischen Kirchen in Ghana und Togo trage der Ansatz der früheren Missionstätigkeit, Evangelisierung mit Ausbildung zu verbinden, neue Frucht. Dies beginne in kirchlichen Kindergärten und Schulen und setze sich in Ghana inzwischen fort mit einer eigenen Universität. „Uns sind hervorragend ausgebildete Theologen und Gesellschaftswissenschaftler begegnet, die eigenständige Antworten auf die Herausforderungen ihrer Situation formulieren“, meint Ökumenepastor Thomas Fender.

Ebenfalls beeindruckt waren Heimbucher und Fender von der Frömmigkeit der Menschen in Ghana und Togo. „Sie leben in ihrem Alltag eine Frömmigkeit, die morgens, mittags und abends selbstverständlich dem Bewusstsein der Gegenwart Gottes Ausdruck verleiht“, berichtet Heimbucher. Dies tue der Seele gut. Die Gottesdienste, an denen er und Fender teilnahmen, waren tatsächlich „Feiern der ganzen Gemeinde“.  Dies werde vor allem durch Chöre und Musikgruppen deutlich.

Heimbucher und Fender sehen die Partnerschaft nach Westafrika durch ihre Reise gestärkt. So trage der Blick über den eigenen Tellerrand  auch dazu bei, die eigene Situation mit anderen Augen zu betrachten. Für beide war es die erste Reise zu den afrikanischen Partnerkirchen. Die beiden presbyterianischen Kirchen aus Ghana und Togo entstanden aus der Missionsarbeit im 19. Jahrhundert. Inzwischen bilden sie als eigenständige Kirchen zusammen mit der Bremischen Evangelischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, der Lippischen Landeskirche sowie der Evangelisch-reformierten Kirche die Norddeutsche Mission. Diese fördert die Begegnung zwischen den Kirchen und unterstützt mit etwa 1,2 Millionen Euro etwa 120 Hilfsprojekte. Sitz der Norddeutschen Mission ist Bremen.

25. April 2016
Ulf Preuß, Pressesprecher

Reisebericht über die Begegnung in Ghana und Togo

Foto oben: Besuch bei einem Straßenkinder-Projekt der E.P. Church Ghana in der Nähe von Ho

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